Pressemitteilung der MIT Köln

Dürener Straße: Bewährtes System erhalten – Augenmaß statt Ideologie

Die Diskussion um mögliche verkehrliche Veränderungen auf der Dürener Straße sorgt verständlicherweise für Unruhe bei Gewerbetreibenden und Anwohnern. Für die MIT Köln steht fest:

Die Dürener Straße ist eine funktionierende, gewachsene Quartiersachse – und kein Experimentierfeld für ideologisch motivierte Verkehrsversuche.

Zwischen Gürtel und Innerer Kanalstraße hat sich über Jahre ein sensibles, aber tragfähiges Gleichgewicht entwickelt: Einzelhandel, Gastronomie, Radverkehr, Fußgänger, ÖPNV, Lieferverkehr und Individualverkehr teilen sich einen begrenzten Raum – nicht konfliktfrei, aber praktikabel. Und vor allem: wirtschaftlich tragfähig.

Kritik am Kurs des Mobilitätsdezernats

Das Mobilitätsdezernat der Stadt Köln unter Verkehrsdezernent Ascan Egerer hat in den vergangenen Jahren wiederholt tiefgreifende Verkehrsversuche umgesetzt, etwa auf der Venloer Straße, der Deutzer Freiheit oder der Trankgasse. Diese Projekte haben teils erhebliche wirtschaftliche Verwerfungen ausgelöst und die Verunsicherung im Handel verstärkt.

Vor diesem Hintergrund ist die Sorge nachvollziehbar, dass nun auch die Dürener Straße in den Fokus struktureller Eingriffe geraten könnte.

Zudem mehren sich Hinweise, dass das Mobilitätsdezernat aktuell hinter verschlossenen Türen ähnliche Maßnahmen auf der Sülzburgstraße vorbereitet – mit dem Ziel, die Fahrbahn zu verengen und weitere Parkplätze abzubauen. Ein solches Vorgehen ohne transparente Einbindung der Betroffenen verstärkt das Misstrauen im Handel und bei Anwohnern erheblich. Wer parallel an mehreren Quartiersachsen in bestehende Strukturen eingreift, sendet das falsche Signal an den Mittelstand.

Die MIT Köln warnt ausdrücklich davor, ein funktionierendes System durch grundlegende Umbauten aus dem Gleichgewicht zu bringen.

In einer derart engen und hochfrequentierten Straße kann bereits eine scheinbar kleine strukturelle Veränderung – etwa durch Fahrstreifenverschiebungen oder dauerhafte Neuaufteilungen – eine Kettenreaktion auslösen:

  • weniger Leistungsfähigkeit der Fahrbahn
  • mehr Stau
  • höhere Belastung für Anwohner
  • sinkende Erreichbarkeit
  • wirtschaftliche Einbußen im Veedel

Wer hier ohne Not eingreift, riskiert mehr Schaden als Nutzen.

Konstruktiver Ansatz des Bezirksbürgermeisters

Positiv bewertet die MIT Köln die differenzierte Haltung des Bezirksbürgermeisters. Er erkennt an, dass die Dürener Straße trotz ihrer Enge eine hohe Aufenthaltsqualität und eine funktionierende Geschäftsstruktur aufweist – und dass für einen „großen Wurf“ schlicht weder der Platz noch die Notwendigkeit bestehen.

Sein Ansatz, nicht ideologisch, sondern integrativ vorzugehen und gemeinsam mit Händlern, Anwohnern und Verwaltung punktuelle Verbesserungen zu prüfen, entspricht genau dem, was eine verantwortungsvolle Quartierspolitik ausmacht.

Gerade in einem sensiblen Gefüge braucht es Kooperation statt Konfrontation.

MIT Köln: Stabilität sichern – Verbesserungen mit Augenmaß

Die MIT Köln steht für eine Verkehrspolitik, die wirtschaftliche Stabilität und Mobilität zusammendenkt. Verbesserungen sind möglich und sinnvoll – etwa:

  • klarere Markierungen zur Konfliktvermeidung
  • optimierte Organisation von Ladezonen
  • bessere Abstimmung mit dem Lieferverkehr
  • punktuelle ordnungspolitische Maßnahmen

Aber entscheidend ist:

Keine strukturellen Experimente auf Kosten eines funktionierenden Systems.

Die Dürener Straße zeigt, dass urbane Mobilität auch unter beengten Verhältnissen funktionieren kann – wenn man gewachsene Strukturen respektiert.

Die MIT Köln wird sich daher weiterhin dafür einsetzen, dass die Dürener Straße nicht zum nächsten verkehrspolitischen Versuchsfeld wird, sondern als leistungsfähige Quartiersachse erhalten bleibt.

Für Rückfragen:
Henning Moeller, Verkehrspolitischer Sprecher der MIT Köln
(moeller@colflor.de; +49 173 6746493)